Flüchtlinge aufnehmen und integrieren
In den Kriegs- und Krisengebieten, wie aktuell z.B. im Irak, Somalia und Sudan, sind Millionen Menschen auf der Flucht.
Laut
UNHCR befinden sich allein in Syrien und Jordanien etwa 2 Millionen
irakische Flüchtlinge, von denen viele auf absehbare Zeit nicht in ihre
Heimat zurückkehren können. In andere Länder zu fliehen ist heute ein
äußerst gefährliches Unterfangen. Nur ein Teil der Schutzbedürftigen
erreicht die unmittelbaren Nachbarstaaten, die oft mit der grossen
Anzahl überfordert sind.
Der Weg nach Europa ist gerade den
besonders Schutzwürdigen verstellt. Die Fluchtwege sind teuer und
lebensgefährlich. Nur wer über Geld, Einfluss, Durchhaltevermögen und
Glück verfügt, hat eine Chance. Für Frauen mit Kindern, alten und
kranken Menschen stehen die Chancen schlecht.
Der hohe
Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen sucht deshalb weltweit
Länder, die freiwillig besonders Schutzwürdige, die vom UNHCR bereits
in den Erstaufnahmeländern als Flüchtlinge anerkannt wurden, aufnehmen
und neu ansiedeln (resettlement).
Staaten wie die USA, Kanada,
Schweden, Dänemark, Großbritannien, Irland und Niederlande haben teils
seit vielen Jahren Kontingente übernommen. 2008 wurden dem UNHCR
101.890 (davon 70.000 von den USA) angeboten.
Deutschland hat z.B.
vietnamesische „boatpeople“ dauerhaft aufgenommen. Generös zeigte sich
Deutschland auch Mitte der 1990er Jahre bei der in der Regel nicht
dauerhaften Aufnahme von bosnischen Bürgerkriegsflüchtlingen.
Obwohl
die Flüchtlingszahlen in Mittel- und Nordeuropa - gerade auch in
Deutschland - bedingt durch die rigoros abgeschotteten Außengrenzen so
niedrig sind wie seit Jahrzehnten nicht mehr, nahm die EU bisher nur
relativ wenigeFlüchtlinge im resettlement-Verfahren – also ausserhalb
des Asylverfahrens – auf.
Ende September 2008 haben sich die
EU-Staaten erstmals bereit erklärt, einmalig 10.000 irakische
Flüchtlinge aufzunehmen – eine geringe Zahl in Anbetracht der
Flüchtlingsnot.
Der UNHCR hielt 2008 eine weitere Erhöhung von
Schutzplätzen um 50.000 für erforderlich, was auch der Europäische Rat
sowie das Europaparlament ausdrücklich unterstützt.
Im Landkreis
Nürnberger Land gibt es seit Jahresanfang 2009 keine Asylbewerber mehr.
1999 wurde in Lauf die letzte Asyl-Gemeinschaftsunterkunft geschlossen.
Amnesty
international Lauf/Hersbruck bat daher den 1. Bürgermeister Benedikt
Bisping mit 72 Unterschriften, gesammelt am Tag der Menschenrechte im
Dezember 2008, einen Antrag im Stadtrat einzubringen,
- insgesamt maximal 50 Flüchtlinge im Rahmen eines Neuansiedlungsprogrammes aufzunehmen und bestmöglich zu integrieren.
- Außerdem, sich bei der Bundesregierung für ein kontinuierliches Programm zur Aufnahme besonders schutzwürdiger Flüchtlinge einzusetzen.

